Welches Polstermöbel passt ideal in mein Wohnzimmer? Diese Frage ist für viele Menschen besonders schwer zu beantworten. Während stilistische und farbliche Aspekte primär vom persönlichen Geschmack abhängen, gibt es beim Zusammenspiel von zur Verfügung stehender Stellfläche, Größe und Form des Polstermöbels und der jeweiligen Raumsituation einige Grundregeln zu beachten. Wer diese kennt, kann sich auch ohne professionelle Einrichtungsberatung gut einrichten.
Die klassische Kombination: 3-Sitzer, 2-Sitzer und Sessel
Bei der klassischen Kombination aus 3-Sitzer, 2-Sitzer und Sessel bietet es sich an, den 3-Sitzer auf der breiteren, den 2-Sitzer auf der schmäleren Seite des Raumes zu platzieren. Für eine optisch leichte Wirkung und bequeme Begehbarkeit des Raumes empfiehlt es sich zudem, das schmälste Element der Kombination, den Sessel also, auf dem der Zimmertür zugewandten Seiten zu platzieren. So bleiben die Durchgänge frei. Idealerweise steht der Dreisitzer dem Fernseher direkt gegenüber.
Sollte Ihr Wohnzimmer quadratisch sein, passt sich eine Kombination aus zwei 3-Sitzern (wenn der Raum größer ist als unser Beispiel) oder zwei 2-Sitzern (wenn der Raum kleiner ist als unser Beispiel) plus Sessel dem Grundriss harmonisch an.

Weniger ist manchmal mehr: 2-Sitzer, 2-Sitzer und Sessel
Wer es vorzieht, alle Sitzplätze mit Blick zur Tür im Raum zu arrangieren, sollte in unserem Beispielraum statt eines 3-Sitzers einen zweiten 2-Sitzer wählen. So wird die kürzere Nord-Wand optisch nicht überfrachtet und der Abstand zwischen dem auf der Schmalseite stehenden 2-Sitzer und den dahinter liegenden Fenstern bleibt groß genug. Das ist besonders dann wichtig, wenn man sich wegen des Sitzkomforts Polstermöbel mit hohen Rückenlehnen kaufen möchte. Denn Hochlehner verstellen das Fenster um so mehr, um so näher sie davor platziert werden. Fehlt der Platz, um großzügigen Abstand zum Fenster herzustellen, sollte man auf Hochlehner verzichten und statt dessen Polstermöbeln mit verstellbarer Rückenhöhe wählen.

Raum für einen Essplatz schaffen: 3-Sitzer, Sessel und Hocker mit Ablagefunktion
Steht kein Esszimmer zur Verfügung und ist auch die Küche zu klein, um darin einen Essplatz unterzubringen, wäre für unseren Beispielraum eine Kombination aus 3-Sitzer, Sessel und Hocker die beste Lösung. So entsteht im Wohnzimmer genügend Raum für einen Essplatz. Um es sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen, kann der extra große Hocker ans Sofa gerückt werden. Besonders clever: Wählt man einen Hocker mit zusätzlicher Ablageplatte, kann dieser zugleich als Couchtisch dienen. Alternativ könnten kleine Beistelltische rechts und links vom 3-Sitzer platziert werden.

Polsterecken: Der Name ist Programm
Natürlich kann man Polsterecken auch frei in den Raum stellen – vorausgesetzt, man hat einen sehr großzügigen Wohnbereich. Bei durchschnittlichen oder beengten Platzverhältnissen stehen Polsterecken aber tatsächlich am besten in einer Zimmerecke – und bieten im Vergleich zu über Eck gestellten 2er- oder 3er-Sofas dabei den Vorteil, dass der gesamte Raum zum Sitzen und Relaxen genutzt werden kann und kein "toter Winkel" entsteht. Da Polsterelemente in vielfältigen Formen erhältlich sind, kann man oftmals auch den Fensterbereich in die Raumplanung mit einbeziehen, ohne dass die Fenster zugestellt wirken: Möglich machen dies die "offenen" Elemente, die keine Rückenlehne haben, also Ottomanen und Longchairs.

Longchairs haben im Unterschied zu Ottomanen seitlich keine verkürzte Rückenlehne, sondern lediglich eine flache Armlehne, sehen also von der Seite wie ein Sessel mit verlängerter Sitzfläche aus. Für unseren Beispielraum würde sich ein Longchair daher besonders eignen, wenn eine Polsterecke neben die Zimmertür gestellt werden soll. Betritt man den Raum, entsteht so auch bei der Wahl eines Polsters mit hohen Rückenlehnen ein offener, unverstellter Blick in den Raum, der zum Wohlfühlen einläd. Zwei Sessel bieten zusätzliche Sitzplätze und verdecken die dahinter liegenden Fenster nur wenig.
