
Die Herstellung von Ledersofas unterscheidet sich von der Herstellung anderer Lederprodukte wesentlich durch die erforderliche Größe der Häute. Dies um so mehr, wenn das fertige Sofa möglichst wenige Nähte aufweisen soll. Schon deshalb kommen im Möbelbereich hauptsächlich Rinderhäute und hier primär Bullenhäute schwerer Gewichtsklassen zum Einsatz. Diese großflächigen Häute können bis zu 7 qm messen. Damit die lederne Haut dem Sofa am Schluss perfekt passt, kommt es wesentlich auf einen exakten Zuschnitt der Teile an. Wenn ein Sofahersteller ein neues Sofa entwirft, werden daher zunächst Probezuschnitte aus preiswertem Ersatzmaterial, z.B. aus Stoff gefertigt. Erst wenn diese Muster perfekt sind, werden die Häute zugeschnitten.
Neben einer exakten Arbeitsweise kommt es dabei auch wesentlich auf die Wahl des jeweils richtigen Stückes Leder an. Sitz- und Rückenfläche müssen belastbarer sein als beispielsweise die Rückseite eines Sofas, wo auch kleinere optische Unregelmäßigkeiten nicht so störend wirken. Außerdem muss bedacht werden, dass unterschiedliche Teile der Haut eine unterschiedliche Dehnbarkeit aufweisen können. Wird hier nicht perfekt gearbeitet, können später unerwünschte Ausbeulungen und Falten entstehen. Um ein optisch möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, werden die Häute für ein Sofa aus einer Lederpartie ausgewählt. Gleichwohl müssen die Häute aber, besonders wenn sie naturbelassen, also nicht gedeckt sind, sorgfältig sortiert werden, damit später an einer Naht, also dort, wo Stücke von zwei verschiedenen Häuten aufeinandertreffen können, in der Farbe und Oberflächenstruktur keine zu harten Übergänge entstehen. Diese sehr wichtige Arbeit kann nicht maschinell erledigt werden. Vielmehr muss der Fachmann alle in Frage kommenden Häute sichten und zueinander passende Teile ausfindig machen. Dabei geht es auch um den gekonnten Umgang mit den natürlichen, gewachsenen Unregelmäßigkeiten der Haut. Diese gilt es nämlich möglichst gleichmäßig auf der Sofafläche zu verteilt, so dass ein harmonischer Gesamteindruck entsteht. Bisweilen werden deutliche Hautmale wie zum Beispiel ein sichtbares Brandzeichen oder eine Narbe bewusst an eine sehr augenfällige Stelle platziert, um die Echtheit des Naturmaterials noch mehr zu unterstreichen.
Bei der Auswahl der Häute spielt neben optischen Gesichtspunkten auch die möglichst optimale Ausnutzung des Materials eine große Rolle. Fällt viel Verschnitt an, macht das die Herstellung teurer. Den Preis dafür zahlt letztlich der Endverbraucher. Um preiswerter produzieren und attraktivere Produkte anbieten zu können, arbeiten innovative Lederverarbeiter mittlerweile mit computergesteuerten Zuschneidemaschinen, die den Verschnitt minimieren.